Kälte Mythen: Was beim Wandern im Winter wirklich stimmt

Kälte Mythen: Was beim Wandern im Winter wirklich stimmt

Wenn es draußen kalt ist, kursieren viele Tipps, wie man sich am besten warmhält.
Doch nicht alles, was man über Winter, Kälte und Kleidung hört, stimmt auch.
Manche „Weisheiten“ halten sich seit Jahren, obwohl sie draußen mehr schaden als helfen.
Hier sind 5 Kälte-Mythen, die du beim Winterwandern lieber vergessen solltest – und was wirklich dahintersteckt.

 

1.     Mythos 1: „Je mehr Schichten, desto wärmer

Mehr Kleidung heißt nicht automatisch mehr Wärme.
Zu viele Schichten können die Atmungsaktivität blockieren und wenn du zu schwitzen beginnst, wird dir danach schnell kalt.

Richtig ist:
Das Zwiebelsystem funktioniert nur, wenn jede Schicht ihren Zweck erfüllt:

  • Baselayer: Feuchtigkeit abtransportieren (z. B. Merinowolle)
  • Midlayer: Wärme speichern (z. B. Fleece oder Daune)
  • Außenschicht: Wind und Nässe abhalten (z. B. Hardshell)

 

2.    Mythos 2: „Kälte macht krank“

Kälte an sich verursacht keine Erkältung, aber Viren schon.
Trotzdem schwächt Frieren das Immunsystem, weil der Körper Energie für die Wärmeregulierung verbraucht.

Richtig ist:
Kälte senkt nicht automatisch die Abwehrkräfte, aber sie kann die Schleimhäute austrocknen und das macht dich anfälliger für Infekte.
Also: warm bleiben, regelmäßig trinken und in Bewegung bleiben.

 

3.     Mythos 3: „Alkohol wärmt von innen“

Ein Glühwein nach der Tour klingt verlockend, aber Alkohol erweitert die Blutgefäße.
Dadurch gelangt warmes Blut schneller an die Hautoberfläche und du fühlst dich kurz warm, kühlst aber tatsächlich schneller aus.

Richtig ist:
Alkohol ist kein Kälteschutz, sondern erhöht das Risiko für Unterkühlung.
Besser: heißer Tee oder Ingwerwasser.

 

4.    Mythos 4:  „Wenn die Sonne scheint, ist es nicht gefährlich kalt“

Ein klassischer Irrglaube. Auch bei Sonnenschein können Minusgrade und Wind den Körper stark auskühlen.
Besonders bei Winterwanderungen im Gebirge wird die Kälte oft unterschätzt.

Richtig ist:
Der gefühlte Temperaturunterschied durch Wind kann bis zu 10 °C betragen.
Winddichte Kleidung ist daher wichtiger als dicke Kleidung. Handschuhe, Stirnband und Buff sind Pflicht, denn die meiste Wärme verliert man über den Kopf, die Hände und die Füße.

 

5.    Mythos 5: „Wer sich bewegt, kann nicht frieren“

Bewegung erzeugt Wärme, ja – aber sie ersetzt keine geeignete Kleidung.
Wer stark schwitzt und dann stehenbleibt, riskiert das Gegenteil: rasches Auskühlen durch Verdunstungskälte. 

Richtig ist:
Regelmäßige, gleichmäßige Bewegung hält dich warm und Pausen im Wind oder Schnee sollten kurz sein.
Setz dich nie direkt auf kalten Untergrund, und trag immer eine isolierende Schicht beim Rasten.